Biogasanlage / Von Dinosaurier- zur Zukunftstechnologie

Gruppenfoto v.l.:  Rudolf-Udo Wiesmüller (Leiter Abfallwirtschaft Wiener Neustadt), Peter Eckhart (Geschäftsführer WNSKS GmbH), Klaus Pöttinger, Bürgermeister Klaus Schneeberger, Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Stadtrat Franz Dinhobl und Thomas Pils (Geschäftsführer WNSKS GmbH).  Foto: © Stadt Wiener Neustadt / Wella

Gruppenfoto v.l.: Rudolf-Udo Wiesmüller (Leiter Abfallwirtschaft Wiener Neustadt), Peter Eckhart (Geschäftsführer WNSKS GmbH), Klaus Pöttinger, Bürgermeister Klaus Schneeberger, Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Stadtrat Franz Dinhobl und Thomas Pils (Geschäftsführer WNSKS GmbH). Foto: © Stadt Wiener Neustadt / Wella

Bauernbund-Präsident Abg. z. NR DI Georg Strasser und der Wiener Neustädter Bürgermeister Klaus Schneeberger, besichtigten die Wiener Neustädter Stadtwerke und Kommunal Service GmbH/ kurz WNSKS Abfallwirtschaft.

In dieser Anlage werden organische Reststoffe verwertet und daraus erneuerbare Energie gewonnen. Das war auch früher schon das Ziel von Biogas-Anlagen, jedoch mit einem wesentlichen Unterschied zu heute sagt Strasser: „Der zugeführte Biomüll kommt erst in die Anlage, nachdem er schon einmal verwendet worden ist. In diesen Anlagen werden somit Reststoffe verwertet, die in der Landwirtschaft als Nebenprodukt oder in der Gemeinde als Müll anfallen. Man sieht an diesem Beispiel, dass sich die Biogas-Technologie in den letzten Jahren massiv weiterentwickelt hat – von einer Dinosaurier- zu einer Zukunftstechnologie“.

Biomüll aus der Tonne, Mist von Kühen und Schweinen und kommunaler Grünabfall

„Weg von der Nutzung von Ackerstoffen, hin zur Nutzung von Reststoffen aus der Landwirtschaft und der Abfallwirtschaft. Die Anlage ist der beste Beweis dafür, dass man für die Erzeugung von Biogas niemandem mehr eine Ernährungsgrundlage wegnimmt, sondern lediglich Reststoffe verwendet. Damit sparen wir Ressourcen und schützen das Klima!“, so Strasser.

„Wiener Neustadt nimmt die Förderung erneuerbarer Energien auf vielen Ebenen sehr ernst. Wir investieren laufend in den Ausbau von Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, wir fahren mit Erdgasbussen beim Verkehrsbetrieb, wir unterstützen den Ausbau von Fernwärme im gesamten Stadtgebiet, und vieles mehr. Mit der Biogasanlage bei der Abfallwirtschaft gelingen uns gleich zwei wichtige Schritte vorwärts: Einerseits wird dadurch der angefallene Müll noch besser verwertet als bislang und andererseits erzeugen wir damit grünen Strom und ökologisch einwandfreie Wärme, was wiederum dem Klimaschutzgedanken entspricht.“, so Bürgermeister Klaus Schneeberger.

EMAS-Preis 2020 für Fermenter Biogas-Anlage

Honoriert wird dieser technologische Fortschritt beim Biogas bald von Bundesministerin Leonore Gewessler. Der EMAS-Preis für Umweltmanagement 2020 soll an die Anlage in Wiener Neustadt und somit an den Pöttinger Fermenter verliehen werden. Mit dieser Weiterentwicklung haben sich Biogas-Anlagen technologisch in Richtung Zukunft katapultiert. Umso ernüchternder war für Strasser und Schneeberger deshalb die Erkenntnis, dass Biogas-Anlagen nicht im neuen EAG-Vorschlag berücksichtigt wurden. „Wir sind der Meinung, dass man die Biogas-Technologie und die Maßnahme „greening the gas“ viel stärker im EAG berücksichtigen sollte und somit einer Zukunftstechnologie und dem Klimaschutz eine Chance gibt.“, so Strasser und Schneeberger abschließend.

Hintergrundinformation

Wiener Neustadt hat 2020 eine Biogasanlage auf Trockenfermentationsbasis mit einer Jahreskapazität von 7.500 Jahrestonnen errichtet und in Betrieb genommen. An 365 Tagen und rund um die Uhr wird in Wiener Neustadt Biomethan produziert. Diese Anlage verwertet zu 100 Prozent Bioabfälle aus der Biotonne.

Die Anlage hat den renommierten EMAS Preis (Umweltmanagementpreis) 2020 des Bundesministeriums für Klimaschutz als beste Klimaschutzmaßnahme Österreichs gewonnen.

Quelle: Bauernbund

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