HERA LIND / Die Hölle war der Preis / Tatsachen-Roman

daz4edGisa Stein, genannt Peasy, wächst in Oranienburg nahe Berlin auf. Ihr Traum ist es, Tänzerin zu werden, und sie schafft es bis an die Staatsoper. Doch hier gerät sie in die Fänge der Stasi. In ihrer Verzweiflung versucht sie mit ihrem Ehemann Edgar, einem rebellischen Architekten, in den Westen zu fliehen.

In einer kalten Jänner-Nacht 1974 wird das Paar an der Grenze festgenommen und wegen Republikflucht zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Was Gisa dann im Frauenzuchthaus Hoheneck durchmacht, ist die Hölle. Von unzähligen Briefen, die Edgar ihr schreibt, erreicht sie nur ein einziger: Er liebt sie und glaubt die Lügen nicht, die im Gefängnis über sie verbreitet werden. Aber Gisa hat ein Geheimnis. Wie hoch ist der Preis dafür?

In ihrem neuen Roman nach einer wahren Geschichte lässt Hera Lind eine Frau zu Wort kommen, die über ihre Schreckensjahre im DDR-Gefängnis Hoheneck bisher geschwiegen hat.

Eben echt Hera Lind: wahre Liebe, Höllenqualen und die Hoffnung auf eine andere Zukunft – deshalb lieben die LeserInnen ihre Autorin. Über 2 Millionen verkaufte Tatsachenromane von Hera Lind (Stand Juli 2019) sprechen ihre eigene Sprache.

Über die Autorin:

Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit ihren Tatsachenromanen wie „Hinter den Türen“, „Die Frau, die frei sein wollte“, „Über alle Grenzen“ und „Vergib uns unsere Schuld“ eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt und arbeitet mit ihrer Familie in Salzburg.

www.heralind.com

Die Hölle war der Preis
Roman nach einer wahren Geschichte
von Hera Lind
Taschenbuch, 448 Seiten
ISBN 978-3-453-36076-1
Erschienen bei DIANA 
www.diana-verlag.de
zum Preis von € 11,30 (Österreich), € 10,99 (Deutschland)

direkt zu bestellen bitte hier

Noch mehr HERA LIND-Rezensionen bei uns lesen Sie bitte hier;

Interview zu „Die Hölle war der Preis“:

Aus der freundschaftlichen, harmlosen Beziehung wird ganz langsam mehr. So ist das Leben!

Schon der Titel Ihres neuesten Tatsachenromans „Die Hölle war der Preis“ verheißt nichts Gutes. Tatsächlich geht es um ein Frauenschicksal im DDR-Frauengefängnis Hoheneck – was genau erzählen Sie für eine Geschichte?

H.L.: Die zweiundzwanzigjährige, frisch verheiratete Ostberlinerin Peasy darf als Tänzerin in der DDR nicht mehr auftreten. Aus Verzweiflung steigt sie eines Tages zusammen mit ihrem Mann in den Kofferraum eines fremden Autos, nicht ahnend, dass sie in eine Falle gelockt wurden. Statt in der Freiheit endlich ihre Träume zu leben, folgt nun die absolute Katastrophe: das Frauengefängnis Hoheneck. Jeder einzelne Tag ist für die sensible junge Frau die Hölle. Fortan lebt sie zusammengepfercht auf engstem Raum mit anderen Strafgefangenen. Die Zwangsarbeit, der Umgang der Wärterinnen mit den Inhaftierten, die Verhöre, die grauenvollen langen Stunden, Tage, Wochen und Jahre. Wären nicht die wunderschönen Rückblicke auf Peasys Kindheit und ihre Zeit als erfolgreiche Balletttänzerin, könnte man dieses Buch vielleicht nicht verkraften.

Gisa Stein, die von allen nur Peasy genannt wird, entwickelt in den Jahren ihrer Inhaftierung ungeahnte Kräfte, um diese Zeit zu überleben. Was hat Ihnen geholfen, sich so gut in diese Situation der Protagonistin einzufühlen?

H.L.: Zum einen ihre bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Erinnerungen. Ich vermute, Gisa Stein hat beim Aufschreiben – sicher auch um diese Zeit zu verarbeiten – alles unter Qualen noch einmal erlebt. Dass sie mir ihre Aufzeichnungen anvertraut hat und mir darüber hinaus gestattete, die positiven Rückblicke zum Teil fiktiv zu gestalten, ist ein riesengroßes Geschenk und nötigt mir allen Respekt ab. Hilfreich war zum anderen auch, dass ich beim Schreiben eine große Dankbarkeit darüber empfand, in Freiheit und Geborgenheit unter lieben Menschen leben zu dürfen. Ich hoffe, diese Dankbarkeit wird sich auch auf meine Leserinnen übertragen. 

Sie sind zu Recherchezwecken ins Erzgebirge gefahren und haben Hoheneck besichtigt – was war Ihre eindrücklichste Erfahrung?

H.L.: Es war einfach nur grauenvoll. Obwohl das Zuchthaus ja inzwischen ein Museum ist und ein sehr freundlicher Mann mich ehrenamtlich etwa drei Stunden hindurch geführt hat, konnte ich mir jedes Detail von damals noch mal genauer vorstellen: Die winzigen, vergitterten, dunklen Zellen, die Kälte, die Abgeschiedenheit – all das hat mich sprachlos gemacht. Präsent war die Herzlosigkeit, mit der Peasy in diesem Gemäuer als „Schwerkriminelle“ behandelt wurde. 1974 war sie eine junge, lebendige Frau, die nun für Jahre ohne Kontakt zur Außenwelt – weder zu ihrem Mann, der ja auch inhaftiert war, noch zu einem Anwalt – gefangen war. Ich sah sie vor mir, wie sie bei klirrender Kälte in dünnen Schuhen und in einer abgetragenen Uniform, ohne ein einziges liebes Wort zu hören, durch die Gänge schlich. Ein grauenvolles Schicksal. Auf dem ganzen Rückweg von Hoheneck nach Hause konnte ich kein Wort sprechen.

Wir dürfen ja nicht verraten, wie der Roman ausgeht, doch es sei erwähnt, dass Peasy den Glauben an Liebe und Vertrauen nicht verliert. War es das, was Sie dazu bewegt hat, den Roman zu schreiben?

H.L.: Die Protagonistin vermittelt trotz des Grauens und der Hoffnungslosigkeit in Hoheneck eine Gewissheit, ihren Mann irgendwann wiederzusehen. Dieses Urvertrauen in die Liebe ihres Mannes hat mich sofort überzeugt. Denn die Liebe ist die größte Kraft und Energie, die uns Menschen verbindet. Diese Botschaft kann man durch keine andere Geschichte besser ausdrücken.

Quelle: Diana Verlag, 2020

oepb-Rezension:

Frau Hera Lind ist es wieder einmal vortrefflich gelungen, diesen packenden Tatsachen-Roman einer Frau, die das deutsche Schicksal sprichwörtlich bis in die Knochen gespürt hat, überaus einfühlsam zu verfassen.

Man sollte diese Geschichte auf jeden Fall lesen, um zu wissen, welch unfassbare Grausamkeiten es in der damaligen DDR (Arbeiter- und Bauernstaat, 1949-1990) gab. Und was ein totales Regime mit Menschen alles zu tun imstande sein kann. So etwas kann man sich nicht ausdenken. Die Rezensentin musste während der Lektüre das Buch immer wieder zur Seite legen, da die Schilderungen darin so furchtbar waren.

Diese Stärke und Tapferkeit, die Peasy – die Hauptprotagonistin in diesem Roman – hatte, ist unglaublich. Da sieht man wieder einmal, wie viel ein Mensch aushalten kann.

Die gesamte Handlung spielt in verschiedenen Gefängnissen, und das Frauenzuchthaus, die „Hölle Hoheneck“ war an Grausamkeiten und menschlichen Abgründen nicht zu überbieten. Es ist unvorstellbar, was und wie viel unschuldige Menschen dort jahrelang erleiden mussten.

Nach der Lektüre dieses Tatsachen-Romans werden wir alle unsere Freiheit, die wir längst als selbstverständlich erachten, als noch viel kostbarer empfinden …

Einmal mehr ein herrliches Hera Lind-Werk!

Das Buch ist es absolut wert, gelesen zu werden, meint das oepb dazu.

Tagged as: ,

comments are closed.