
Gestern erfolgte in Wien der Startschuss für die Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“. Die groß angelegte Informationskampagne wendet sich gegen das achtlose Wegwerfen von Abfällen in der Landschaft. Als Initiator setzt die österreichische Wirtschaft damit ein deutliches Zeichen für eine saubere Umwelt und gegen Littering in Österreich. Die Initiative ist auf drei Jahre angelegt, erfolgt im Rahmen einer freiwilligen Selbstverpflichtung auf Basis von Sozialpartnervorschlägen und wird von der heimischen Wirtschaft mit 1 Mio. EUR pro Jahr finanziert. Die Umsetzung der Kampagne erfolgt im Auftrag der Wirtschaftskammer Österreich durch die Altstoff Recycling Austria AG (ARA). Namhafte Österreichische Unternehmen wie Hofer, Lidl oder Penny, AGR und Öko-Box unterstützen die Initiative. Eine Reihe wichtiger Institutionen – wie etwa das Lebensministerium, die Bundesarbeitskammer, der ÖGB, die Landwirtschaftskammer Österreich, der Städtebund und der Gemeindebund – waren in einem Beirat eingebunden.
Univ. Doz. Dr. Mag. Stephan Schwarzer, Abteilungsleiter für Umwelt- und Energiepolitik der WKO:
„Die österreichischen Bürger haben ein hohes Umweltbewusstsein. Sie werfen Abfälle nicht einfach achtlos weg, sondern führen sie einer Verwertung oder einer Entsorgung zu. Das Entsorgungsbewusstsein muss immer wieder sensibilisiert werden, damit wir den hohen Stand halten können. In der Kommunikation mit den Konsumenten hat die Wirtschaft viel Erfahrung. Wir wollen sie motivieren, die ausgebaute Infrastruktur der Sammel- und Entsorgungssysteme zu nutzen. Damit wollen wir auch die entsorgungspflichtigen Gemeinden und
Verbände entlasten, die gerade im Frühjahr oft mit freiwilligen Helfern Aufräumaktionen durchführen – durch Information, durch Motivation und durch den Dialog. Die Wirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst, und nun setzen wir konkrete Schritte.“
Dass Österreich generell ein sauberes Land ist, wird durch eine neue Umfrage des Österreichischen Gallup Instituts untermauert (n=1.000). So halten 90 Prozent der Befragten Österreich für ein sauberes Land und nur 10 Prozent sind anderer Meinung. Dennoch: Wenn an Umweltverschmutzung gedacht wird, landet der Abfall auf der Straße mit 18 Prozent an zweiter Stelle der genannten Störfaktoren und wird nur von Autoabgasen mit 20 Prozent übertroffen.

Öffentlichkeitsarbeit
Im Fokus der Öffentlichkeitsarbeit der Initiative „Reinwerfen statt Wegwerfen“ stehen Informations- und Präventionsmaßnahmen, um in der Bevölkerung eine nachhaltige Verhaltensänderung beim Thema Littering zu erzielen. Littering soll erst gar nicht entstehen. Die Kampagne weist daher auf die Notwendigkeit der bestehenden getrennten Sammlung hin, schafft Bewusstsein für Abfallvermeidungsmaßnahmen und verankert bei der Zielgruppe den Wert von Sauberkeit und der Reinhaltung von öffentlichen Flächen. Die Kommunikationsmaßnahmen umfassen eine umfangreiche Online-Präsenz mit der Website
www.reinwerfen.at als Flaggschiff, sowie Social Media, Aktionen auf Events, Medienkooperationen
mit Print und Hörfunk, sowie kontinuierliche Medienarbeit. Zudem wird über ein großes Gewinnspiel auf die Initiative und ihre Botschaften aufmerksam gemacht und die Teilnehmer dazu motiviert, sich über die Website zu informieren. Zu gewinnen gibt es einen umweltfreundlichen Toyota AURIS Hybrid.
Fördermaßnahmen
Neben den eigenen Maßnahmen rufen die Initiatoren aber auch österreichweit dazu auf, neue Anti-Littering-Projekte durchzuführen. Diese können für eine Förderung durch die Initiative eingereicht werden. Angesprochen sind Unternehmen, Abfallberater, Einzelpersonen, Gebietskörperschaften, Vereine und Bildungseinrichtungen, sowie alle sonstigen Institutionen, die Aktivitäten gegen das achtlose Wegwerfen von Müll setzen.
Dazu ARA Vorstand Ing. Werner Knausz: „Unser Ziel ist es, mit Hilfe der Fördermaßnahmen den Anstoß
für neue Aktivitäten zu geben. Egal ob kleine oder große Aktionen, wir rufen alle dazu auf, ihre geplanten Maßnahmen bei uns einzureichen. Dadurch wollen wir eine Plattform bilden, die das gemeinsame Anliegen weiter verbreitet, als wir es alleine könnten.“ Die Förderhöhe beträgt je nach Projektidee bis zu 20 Prozent der themenrelevanten Kosten. Bei NGO’s, Schulen und gemeinnützigen Vereinen kann die Höhe der Förderung bis zu 90 Prozent betragen, in Einzelfällen kann sie sogar auf bis zu 100 Prozent erhöht werden.
Die erste Fördermaßnahme ist bereits in Umsetzung. Eingereicht wurde eine Aktion rund um einen mobilen Sammelbehälter – den so genannten mobag. Der mobag dient als wiederverwertbare Sammelhilfe vor allem im Auto. Er lässt sich einfach am Schalthebel, am Handschuhfach oder an sonstigen geeigneten Stellen anbringen. In einem ersten Schwung wurden 50.000 mobags bestellt, die in ganz Österreich verteilt werden.