Linzer Jubel nach dem 0_1_Foto Bernd SpetaNachdem der FC Blau Weiß Linz Mitte der Woche die Bundesliga-Lizenz für die kommende Spielzeit bereits in der ersten Instanz zugezählt erhielt, wollte die Mannschaft nach dem guten Auftritt zu Hause gegen den Kapfenberger SV (1 : 1) auch in der Fremde Zähne zeigen und im Altacher Schnabelholz die Punkte nicht so ohne weiteres verschenken. Man weiß zwar seit geraumer Zeit, dass man am Ende der Saison nachsitzen und in der Relegation gegen den SC/ESV Parndorf  erst bestehen muss, dennoch möchte sich die Mannschaft für diese bevorstehenden 180 ohnehin schwer werden Minuten im Juni dieses Jahres bereits jetzt motivieren und einschwören. Der SCR Altach seinerseits wiederum spielt ein tolles Frühjahr, gilt als bestes Heimteam der Liga und ist drauf und dran, den Vizemeister-Titel, der zwar ein Titel ohne Mittel ist, zum dritten Mal in Serie einzufahren.

Bildtext: Bereits in der 4. Spielminute traf Matthias Lindner (links) zum 0 : 1. Manuel Hartl eilte als erster Gratulant herbei. Foto: Bernd Speta

Der Altacher Hannes Aigner (links) beim Kopfball-Duell mit dem Linzer Ulrich Winkler. Foto: Bernd Speta
Der Altacher Hannes Aigner (links) beim Kopfball-Duell mit dem Linzer Ulrich Winkler. Foto: Bernd Speta

Und so begann die Partie vor 1.789 Zuschauern am Freitag Abend mit einem Knalleffekt. Die Altacher Abwehr in Form von Florian Neuhold war noch nicht ganz Herr ihrer sportlichen Sinne, patzte gehörig und ermöglichte den Linzer die rasante Führung. Matthias Lindner riss das Leder an sich, sprintete einige Meter und lupfte den Ball sehenswert über Torhüter Martin Kobras in die Maschen, und das nach erst vier Spielminuten.  Die nur mehr spärlich mitgereisten Linzer Fans waren schier aus dem Häuschen.

Der nun zu erwartende Altacher Sturmlauf hielt sich pomali in Grenzen. Es bedurfte eines Linzer Torhüterfehlers von David Wimleitner, der dem Ausgleich der Gäste vorangegangen war. Ein langer Ball segelt von links in den Strafraum, Wimleitner faustet die Kugel in Richtung seines Mitspielers Ernst-Marco Koll, der zu Boden geht. Das Spielgerät landet vor den Füßen des Altach-Spielers Julian Erhart, der trocken zum Ausgleich vollendet. Die Partie stand nun nicht nur patt, sondern bot den Besuchern auch weitere rasante und teils sehenswerte Spielzüge. Eine dieser Aktionen hätte beinahe das 1 : 2 bedeutet. Der Linzer Torschütze Lindner kam im Strafraum zum Ball, brach nach rechts aus und verlud Keeper Kobras. Seinen Schuss konnte jedoch Matthias Cuntz noch vor der Linie weg schlagen. Kurze Zeit später prüfte der Top-Golagetter in der „Heute für Morgen Erste Liga“ Hannes Aigner die Reflexe des Linz-Torhüters. Sein platzierter Kopfball landete von Wimleitner weg geschlagen im Seiten-Aus. Und so endete die erste Spielhälfte mit einem gerechten Unentschieden.

Die Linzer in Rot-Weiß erwarten einen Altacher Eckball in der zweiten Spielhälfte, der nichts einbringen wird. Foto: Bernd Speta
Die Linzer in Rot-Weiß erwarten einen Altacher Eckball in der zweiten Spielhälfte, der nichts einbringen wird. Foto: Bernd Speta

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Sofort nach Wiederbeginn fand Aigner erneut eine sehr gute Chance vor, aber sein 18. Saisontreffer sollte an diesem Abend nicht passieren. Auch hier bewies der Linzer Torhüter mit der Routine eines 37jährigen großartige Fangsicherheit und Reflexartigkeit. Die Begegnung plätscherte von nun ein wenig vor sich hin und es ereignete sich nicht allzu viel. Im Mittelfeld kam es zu vermehrten Zweikämpfen, die in späterer Folge nie entscheidend zu großartigen Torraum-Szenen führen sollten. Bis zur 75. Minute: der erst 19jährige Lukas Jäger, als Abwehrspieler aufgeboten, kam in der eigenen Hälfte an den Ball, sprintete los, wurde von den Linzer nie oder nur sehr schwammig attackiert und sein Weitschuss traf punktgenau ins untere Eck. 2 : 1 eine Viertelstunde vor dem Ende.

Die Linzer hatten in der Folge dem nichts mehr entgegenzusetzen und so war es nicht allzu verwunderlich, dass man einmal mehr mit leeren Händen die Heimreise aus dem Ländle antreten musste. Altachs Coach, der Wiener Damir Canadi behielt gegen seinen Lieblingsgegner eine blütenweiße Weste. Als FC Lustenau-Trainer gelangen ihm 5 Siege und ein Remis, diese Serie setzt sich nun in Altach bei einem Sieg und einem Unentschieden nahtlos fort. SCR Altach steht nach dem Sieg nun als bestes Vorarlberger Team an zweiter Stelle der Tabelle, der SV Grödig kürte sich vier Spieltage vor Schluss mit einem 2 : 1 gegen Austria Lustenau bereits vorzeitig zum Meister 2012/13. Und der FC Blau Weiß Linz wäre in seinem zweiten Oberhaus-Jahr an diesem Spieltag sportlich abgestiegen, da der punktemäßige Rückstand auf das rettende Ufer unaufholbar ist. Wie eingangs erwähnt, kommt es aber entweder noch zur Relegation, oder aber man darf in der Liga verweilen, da anderen Vereinen noch die sportliche Lizenz, auch in zweiter Instanz, entzogen werden wird. Diese Entscheidungen stehen jedoch noch aus.

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Weitere Fotos von diesem Spiel:

www.skv-neverforget.at/spiele_1213/fruehjahr/meisterschaft/32_altach.htm

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